Objective approach to energy debate urgently needed: Strangulation strategy endangers German energy position
16.7.2010
Am Ende der Laufzeit eines Kernkraftwerks oder einer kerntechnischen Versuchseinrichtung steht der Rückbau. Ziel ist die Grüne Wiese, sprich die vollständige Beseitigung der Anlage und die Wiederherstellung des ursprünglichen, natürlichen Zustands des Geländes. Seit Beginn der kommerziellen Nutzung der Kernenergie wurden in Deutschland mehrere Anlagen stillgelegt. Dies waren zunächst Prototypanlagen aus der Anfangszeit der Kernenergienutzung. Ab den 1990er-Jahren folgten leistungsstärkere Blöcke.
Beispiele für einen erfolgreichen Rückbau bis hin zur Grünen Wiese sind das 1974 stillgelegte Kernkraftwerk Niederaichbach, der Heißdampfreaktor Großwelzheim und das Versuchsatomkraftwerk Kahl. Generell wird auf dem Weg zur vollständigen Beseitigung der Anlagen zwischen zwei Stilllegungsvarianten unterschieden: Dem unmittelbaren Rückbau im Anschluss an die Nachbetriebsphase und dem Sicheren Einschluss mit späterer Beseitigung.
Laufende und geplante Rückbaumaßnahmen
Derzeit befinden sich in Deutschland kerntechnische Anlagen im Rückbau. Weit fortgeschritten sind zum Beispiel die Arbeiten auf dem Gelände des Forschungszentrums Karlsruhe. Der Mehrzweckforschungsreaktor Karlsruhe soll bis 2010 den Zustand der Grünen Wiese erreichen. Auch die Demontage der Kompakten Natriumgekühlten Kernreaktoranlage ist in vollem Gange. Bei der 1991 stillgelegten Anlage wurde 1993 mit dem Rückbau begonnen. Die vollständige Beseitigung soll 2013 abgeschlossen sein.
Im Forschungszentrum Jülich wird derzeit der Kugelhaufenreaktor der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) rückgebaut. Der bereits 1988 stillgelegte Hochtemperaturreaktor soll bis 2015 mit dem Projektziel Grüne Wiese gänzlich verschwunden sein. Mit Abschluss aller notwendigen Arbeiten geht das Gelände zur weiteren Nutzung wieder an das Land Nordrhein-Westfalen über.
Für das Kernkraftwerk Rheinsberg wurde 1990 der Beschluss zur Stilllegung gefasst; es wird derzeit rückgebaut. Nach der Planung wird 2012 die Grüne Wiese erreicht sein. Gleiches ist wenige Jahre später für die Kernkraftwerke Obrigheim, Gundremmingen A, Mülheim-Kärlich, Würgassen und Stade geplant.
Das weltweit größte Stilllegungsprojekt liegt in Mecklenburg- Vorpommern. Das ehemalige Kernkraftwerk Greifswald wird hier bis 2012 in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Der Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR-300) in Hamm- Uentrop befindet sich seit 1997 im Sicheren Einschluss. Nach der Einschlussphase wird auch diese Anlage vollständig rückgebaut. Gleiches gilt für das im Sicheren Einschluss befindliche Kernkraftwerk Lingen, hier soll der Rückbau 2013 beginnen.
Im Industriegebiet Hanau-Wolfgang wurden drei Anlagen zur Be- und Verarbeitung von Kernbrennstoffen betrieben. Alle drei Anlagen sind saniert und im Jahr 2006 aus dem Regelungsbereich des Atomgesetzes entlassen. Eine Teilfläche unterliegt derzeit noch Maßnahmen der Grundwassersanierung.
In der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe sind die Dekontaminationsarbeiten im Gange. Der hochradioaktive Abfall soll verglast und die erzeugten Glaskokillen sollen bis zur Errichtung eines Endlagers in einem Zwischenlager deponiert werden.
Heißdampfreaktor Großwelzheim (HDR) Kernkraftwerk Gundremmingen A (KRB-A) Kernkraftwerk Greifswald (KGR 1-5) Kernkraftwerk Lingen (KWL) Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich (KMK) Kernkraftwerk Niederaichbach (KKN) Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR) Kernkraftwerk Stade (KKS) Kernkraftwerk THTR-300 Hamm-Uentrop Kernkraftwerk Würgassen (KWW) Kompakte Natriumgekühlte Kernreaktoranlage Karlsruhe (KNK) Mehrzweckforschungsreaktor Karlsruhe (MZFR) Schneller Natriumgekühler Reaktor Kalkar Versuchsatomkraftwerk Kahl (VAK) Versuchskernkraftwerk Jülich (AVR) Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK)